Art Magazine

From Jerusalem to the Infinity of London - Michal Raz on Her Life as a Painter

From Jerusalem to the Infinity of London - Michal Raz on Her Life as a Painter

Michal Raz was born in Jerusalem, Israel, in 1984. Most of her life she lived in Tel Aviv. She studied with Jacob Mishori (Painting) and Dr. Dorit Kedar (Eastern Philosophy) and holds a Bachelor of Fine Arts (BFA) with high honours from Beit Berl College in Israel and a Master of Fine Arts (MFA) from Slade School of Art, London. She was awarded several prizes and residencies. Her works have been shown in Israel, Europe and Latin America.

Michal, when did you start working as an artist and why? Is there a first artwork you can think of?

Since I can remember, I have been painting, drawing, writing. I always knew that I’m going to do something creative, but I wasn’t sure what. I really love music, so for a long time I thought I’m going to make video clips. When I realised you have to work with a team to do that, I changed my mind. When I was about 12 years old, my best friend and I went to painting classes together. The teacher was a very old-school kind of painter. I remember one day we were doing a still life drawing of a jar and a weird mask. After class, I went to my friend’s house, and we put the drawings we made that day on her desk and left the room. When we came back in, I looked at my friend’s drawing, and I was so excited by it and said how great it is. She looked at me and said “Michal, that is your work”. When I think back to that moment, I know something happened then.

kunstbar_michal_raz_1.jpeg
kunstbar_michal_raz_4.jpg
Michal Raz, Here We Go, 2016

Michal Raz, Here We Go, 2016

What impact did your first art school have? What did you make the decision to leave your home country and come to London? In what way did Slade influence your work?

My first art school had a great impact on me and my practice, mostly because of two great teachers I had. The first one was a painter (I really think he is one of the best I know) and he had a massive influence on me. The second one is a great woman who taught me Zen Buddhism, and luckily, I’m still her student.

I always wanted to try and live abroad. I decided to apply to Slade and move to London when I felt ready for it. I really love living in London – it’s so endless and fascinating, and I’m still so excited by its infinity.

Who and what is inspiring you – apart from art schools and teachers?

Music, films, books, artists, thinkers, writers, my partner, my friends…

I get inspiration from daily life, I guess that everything I experience somehow manifests itself in my artistic process in the end. I think most of allI’m inspired by songs. Music gets to me in a way nothing else does. Every painting I make is a collage of visual interpretations of sounds and words (minus the sounds and the words).

Which materials do you work with and which techniques do you prefer?

I work mainly with acrylic paint, but I use different materials and ways of creating. I like playing with materials and exploring them in unexpected ways. Every series of works has its own language and beat, and I try to find new techniques and materials to go along with that specific language and rhythm.

Michal Raz, Faux Flying, Mixed Media on Wood, 20 x 25 cm

Michal Raz, Faux Flying, Mixed Media on Wood, 20 x 25 cm

Michal Raz, Love Triangle, Mixed Media on Wood, 20 x 25 cm

Michal Raz, Love Triangle, Mixed Media on Wood, 20 x 25 cm

Michal Raz, Will Sprawl 1, 2019

Michal Raz, Will Sprawl 1, 2019

Michal Raz, Will Sprawl 2, 2019

Michal Raz, Will Sprawl 2, 2019

What do you want to express with your art?

This is maybe the biggest of all questions, and therefore I feel like I can’t answer with words. This is why I paint.

RAZ, Michal_3512_Acrylic on Wood_25x25cm_RPRART.jpg

Thanks for the interview, Michal!

Selected artworks by Michal Raz are available at www.rpr-art.com. If you are interested please contact Ruth Polleit Riechert from RPR ART.



Interview and Photos: Ruth Polleit Riechert


Deutsche Version

Michal Raz kam 1984 in Jerusalem, Israel, zur Welt. Den meisten Teil ihres Lebens hat sie in Tel Aviv verbracht. Sie studierte bei Jacob Mishori (Malerei) und Dr. Dorit Kedar (Fernöstliche Philosophie) und hat mit einem Bachelor of Fine Arts (BFA) das Studium am Beit Berl College in Israel abgeschlossen und anschliessend einen Master of Fine Arts (MFA) der Slade School of Art in London erworben. Sie wurde mit mehreren Preisen und Residenzen. Ihre Werke wurden bisher in Israel, Europa und Latein-Amerika gezeigt.

Michal, wann hast Du angefangen, als Künstlerin zu arbeiten und warum? Gibt es ein erstes Kunstwerk, an das Du Dich erinnern kannst?

Seit ich denken kann, habe ich gemalt, gezeichnet, geschrieben. Ich wusste immer, dass ich etwas Kreatives machen werde, war mir aber nicht sicher, was. Ich liebe Musik wirklich sehr, deshalb dachte lange Zeit, ich würde Videoclips machen. Als ich begriffen habe, dass ich dafür mit einem Team arbeiten muss, habe ich meine Meinung geändert. Als ich ungefähr 12 Jahre alt war, haben meine beste Freundin und ich zusammen einen Malkurs besucht. Der Lehrer war von der alten Schule.

Ich erinnere mich, dass wir eines Tages ein Stillleben mit einem Glas und einer seltsamen Maske gemalt haben. Nach dem Unterricht ging ich zu meiner Freundin nach Hause. Wir legten die Zeichnungen, die wir an diesem Tag angefertigt hatten, auf ihren Schreibtisch und verließen das Zimmer. Als wir zurückkamen, betrachtete ich die Zeichnung meiner Freundin. Ich war vollkommen begeistert und habe ihr gesagt, wie toll ich sie fand. Sie sah mich an und meinte: „Michal, das ist deine Arbeit“. Wenn ich an diesen Moment zurückdenke, weiß ich, dass da etwas Klick gemacht hat.

Welchen Einfluss hatte Deine erste Kunstakademie? Was hat Dich dazu gebracht, Dein Heimatland Israel zu verlassen und nach London zu kommen? Inwiefern hat die Slade School Deine Arbeit beeinflusst?

Meine erste Kunstakademie hatte einen großen Einfluss auf mich und meine Arbeit, hauptsächlich zwei großartige Lehrer, die ich hatte. Der Erste war ein Maler (ich glaube wirklich, dass er einer der besten ist, die ich kenne), der einen massiven Einfluss auf mich hatte. Die Zweite ist eine fantastische Frau, die mich Zen-Buddhismus gelehrt hat, und zum Glück bin ich immer noch ihre Schülerin.

Ich wollte immer versuchen, im Ausland zu leben. Ich habe mich entschlossen, mich bei der Slade zu bewerben und nach London zu ziehen, als ich mich dazu bereit gefühlt habe. Ich liebe es wirklich, in London zu leben - es ist so endlos und faszinierend und ich bin immer begeistert von seiner Endlosigkeit der Stadt.

Wer und was inspiriert Dich - abgesehen von Kunstakademien und Lehrern?

Musik, Filme, Bücher, Künstler, Denker, Schriftsteller, mein Partner, meine Freunde…

Ich lasse mich vom Alltag inspirieren, ich schätze, dass sich alles, was ich erlebe, letztendlich in meinem künstlerischen Prozess manifestiert. Ich denke, am meisten werde ich von Liedern inspiriert. Musik berührt mich wie nichts sonst. Jedes Gemälde, das ich mache, ist eine Collage aus visuellen Interpretationen von Klängen und Worten (minus der Klänge und Worte).

Mit welchen Materialien arbeitest Du und welche Techniken bevorzugst Du?

Ich arbeite hauptsächlich mit Acrylfarbe, verwende aber unterschiedliche Materialien und Gestaltungsmöglichkeiten. Ich spiele gern mit Materialien und erkunde sie auf unerwartete Weise. Jede Serie von Arbeiten hat ihre eigene Sprache und ihren eigenen Rhythmus, und ich versuche, neue Techniken und Materialien zu finden, die zu dieser spezifischen Sprache und diesem Rhythmus passen.

Was möchtest Du mit deiner Kunst zum Ausdruck bringen?

Das ist vielleicht die größte aller Fragen, und ich fürchte, ich sie kann nicht mit Worten beantworten. Deshalb male ich.

Danke für das Interview, Michal!

Meisterschüler der Kunstakademie Düsseldorf entwickeln neue Arbeiten - Amparo Sard x RPR ART Mallorca Residency

Meisterschüler der Kunstakademie Düsseldorf entwickeln neue Arbeiten - Amparo Sard x RPR ART Mallorca Residency

Über die Interaktion mit dem Prozess - Sophie Heinrich im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Ruth Polleit Riechert

Über die Interaktion mit dem Prozess - Sophie Heinrich im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Ruth Polleit Riechert