About

Onlinemagazin, Onlinegalerie, Public Relations und Marketing Consulting für Künstler, Galerien, Museen, Messen und Kunstvereine 

Wolke & Kristall - Die Sammlung Dorothee und Konrad Fischer

Wolke & Kristall - Die Sammlung Dorothee und Konrad Fischer

Vor fast 50 Jahren eröffnete Konrad Fischer gemeinsam mit seiner Frau Dorothee in der Düsseldorfer Altstadt eine Galerie, die rasch zu einem der international einflussreichsten Brennpunkte der Gegenwartskunst wurde. Zur Eröffnung der „Ausstellungen bei Konrad Fischer“ im Oktober 1967 war erstmals in Europa der US-Künstler Carl Andre zu sehen – mit nur einem einzigen Werk. Auch Hanne Darboven, Sol LeWitt, Bruce Nauman, Robert Ryman und Lawrence Weiner und viele weitere hatten bei Fischer ihren ersten Auftritt in Europa. Als einer der ersten Galeristen interessierte sich Fischer, der als Konrad Lueg zunächst selbst künstlerisch tätig gewesen war, konsequent für die aktuelle Kunst seiner Zeit. Die kleine Galerie in der Neubrückstraße 12 wurde durch ihre heute vielfach legendären Ausstellungen sehr bald zum Treffpunkt von Künstlern und Sammlern aus aller Welt.

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen feiert jetzt mit der umfangreichen Ausstellung „Wolke & Kristall“. Die Sammlung Dorothee und Konrad Fischer (K20 Grabbeplatz, 24.09.2016 – 08.01.2017) mit mehr als 200 Werken auf über 2.000 m2 den Erwerb der Sammlung des bedeutenden Düsseldorfer Galeristen-Paares. Ganz entscheidend ergänzt die Landesgalerie damit ihren bisherigen Bestand herausragender Gemälde der US-Nachkriegskunst um epochale Werke der Concept Art und der Minimal Art, der Arte Povera und um Installationen jüngerer Künstler. Mehr als 200 Gemälde, Zeichnungen, Installationen, Skulpturen und Entwürfe von etwa vierzig Künstlerinnen und Künstlern machen die Bedeutung der Sammlung Fischer und ihres Erwerbs mit aller Klarheit deutlich. Viele Werke im Fischer-Konvolut sind aufgrund des freundschaftlichen Verhältnisses der Galeristen zu den Künstlerinnen und Künstlern entstanden. Zu den herausragenden Arbeiten gehören unter anderen Carl Andres Wolke & Kristall / Blei Leib Leid Lied (1996), Richard Longs Sculpture for Konrad Fischer (1968), Bruce Naumans Six Sound Problems for Konrad Fischer (# 122) (1968) und Thomas Schüttes Blumen für Konrad & Blumen für Konrad - Konrad (Grüner Kopf) (1997/98). Zusätzlich wurde als Schenkung das „Archiv Dorothee und Konrad Fischer“ mit einem umfangreichen Bestand an Briefen, Notizen, Skizzen und Einladungskarten der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen übergeben.

Die „Sammlung Dorothee und Konrad Fischer“ umfasst viele Werke von Künstlern, die in den Räumlichkeiten der damaligen Galerie – übrigens in direkter Nachbarschaft zur heutigen Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen – ihre Arbeiten zeigten. Ausgewählte Installationen etwa von Richard Long und Bruce Nauman werden eigens für die Präsentation in K20 in den Dimensionen des legendären Ausstellungsraums der Galerie Fischer rekonstruiert. Dazu kommen einzelne Werke von Künstlern, die Dorothee und Konrad Fischer schätzten, die sie aber – wie Piero Manzoni oder Niele Toroni – nicht innerhalb ihres Programms ausgestellt haben. Ein eigener Bereich widmet sich Arbeiten jüngerer Künstler wie Gregor Schneider, Thomas Schütte oder Paloma Varga Weisz, die Aufnahme in die Sammlung Fischer gefunden haben.

Die Sammlung Dorothee und Konrad Fischer nimmt die Abkehr vom Tafelbild hin zur konzeptuellen Kunst in den Blick: Sie leistet damit einen Beitrag zum Verständnis der Kunstentwicklung in einer Zeit gesellschaftlicher Neuorientierung nach 1945. Mit Schlüsselwerken der US-Malerei von Jackson Pollock über Andy Warhol bis zu Frank Stella und Ellsworth Kelly aus ihrem Bestand ist die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in der Lage, den kunstgeschichtlichen Ausgangspunkt zu markieren, bevor eine der wohl größten Umwälzungen in der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einsetzte: Statt Pinsel und Leinwand bestimmt das künstlerische Werk Konzept und die Idee.

„Die auf die Sinne und Emotion zielende Malerei eines Jackson Pollock oder Robert Rauschenberg trifft in dieser Ausstellung – und künftig in der Kunstsammlung – auf die ‘spröden‘ Werke konzeptueller Kunst. Damit wird deutlich, dass parallel zu den gesellschaftspolitischen Veränderungen der Zeit um 1968 auch in den schöpferischen Formen ein radikaler Umbruch stattgefunden hat“, erklärt Kunstsammlungsdirektorin Marion Ackermann.

“Neben die avancierten Positionen der Malerei tritt eine Kunst, die einer subjektiven malerischen Geste das Konzeptuelle, die Idee und das Konzept entgegensetzte – als gültiges Kunstwerk, ohne in einem Objekt materialisiert zu sein.”
— Marion Ackermann

Carl Andre, Daniel Buren, Dan Flavin, Sol LeWitt, Bruce Nauman und viele andere Künstlerinnen und Künstler in der Sammlung Fischer arbeiten mit Zeichnung, Schrift, Fotografie, Dokumenten oder industriell gefertigten Materialien. Arbeiten von Hanne Darboven, Jan Dibbets, Gilbert & George, On Kawara oder Lawrence Weiner führen vor Augen, wie ausschließlich das Konzept ein Werk ausmachen kann. Lothar Baumgarten sowie Bernd und Hilla Becher oder die italienischen Arte Povera-Künstler wie Jannis Kounellis, Mario Merz und Giuseppe Penone leisten eigene Beiträge zur Kunst ihrer Zeit. Gregor Schneider, Thomas Schütte oder Paloma Varga Weisz schreiben die Entwicklung der Installationskunst bis in die Gegenwart fort.

Zusätzlich zu den Kunstwerken wird aus dem Archiv Dorothee und Konrad Fischer eine Auswahl an Briefen, Notizen, Skizzen und Einladungskarten präsentiert. Das dem Museum als Schenkung der Familie übergebene reiche Konvolut bildet eine unverzichtbare Quelle der Informationen: Die Beziehungen und die fruchtbaren Dialoge zwischen Künstlern und Galerist sind nachvollziehbar und geben wertvolle Einblicke in den Prozess des Entstehens und der Umsetzung künstlerischer Ideen. Das Galerie-Archiv wird ab 2017 digitalisiert in der Bibliothek der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die aus Anlass der Erwerbung präsentierte Ausstellung „Wolke & Kristall“. Die Sammlung Dorothee und Konrad Fischer wurde großzügig von der Terra Foundation for American Art, das begleitende Programm der Abteilung Bildung durch die Provinzial Rheinland Versicherungen unterstützt. Unternehmenspartner ist das Fashion- und Lifestyle-Unternehmen Breuninger, Medienpartner ist das Handelsblatt. Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.


Wo: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Wann: 24.09.2016 - 08.01.2017

www.kunstsammlung.de


Kuratorin: Anette Kruszynski
Quelle: Pressemitteilung, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Foto: Achim Kukulies, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen


Surreale Begegnungen mit Dalí, Ernst, Miró und Magritte in Hamburg

Surreale Begegnungen mit Dalí, Ernst, Miró und Magritte in Hamburg